Do 18.03. um 20:00 Kindersoldaten und Todesschwadrone. Wojciech Jagielskis literarische Reportage
In Lesung und Gespräch Wojciech Jagielski Autor, Warschau Lisa Palmes Übersetzerin, Berlin Lesung des deutschen Textes Leo Solter Schauspieler, Berlin Moderation Olaf Kühl Übersetzer und Publizist, Berlin
Wojciech Jagielski hat sich in den letzten Jahren in den Krisengebieten dieser Welt aufgehalten: Kaukasus, Afghanistan, Tschetschenien und Afrika. In seinem neuesten Buch „Wanderer der Nacht“ (Transit Buchverlag 2010, übersetzt von Lisa Palmes) schreibt Jagielski über Uganda, über Truppenführer, die Dörfer überfallen und Kinder rauben, über Eltern, die mit aller Kraft und Phantasie versuchen, ihre Kinder vor diesem Schicksal zu bewahren. Er schreibt aber auch über die politischen Hintergründe, die gesellschaftliche „Normalität“ und fragt, wieso aus ehemaligen „Befreiern“ immer wieder brutale Despoten werden. Besonders eindrucksvoll sind seine genauen und stilistisch sensiblen Porträts von Menschen, die Soldaten oder Partisanen waren und jetzt mit diesem Trauma leben müssen; von Kindern, die sich vor dem Militär oder den Guerilleros verstecken, nachts aus den Dörfern in die Städte flüchten, um dann, am Morgen, wieder zurückzuschleichen – eben die „Wanderer der Nacht“.
Seine Methode beim Beobachten und Schreiben ist so einfach wie schwierig: Er lässt sich auf das Land, auf die Konflikte innerhalb der Gesellschaft ohne Vorurteile ein. Seine Reportage erweitert er durch fiktive, erzählerische Elemente und erreicht damit eine eigene schriftstellerische Qualität. Wojciech Jagielski (*1960), Schüler des großen Reporters und Journalisten Ryszard Kapuscinski, arbeitet für die polnische Zeitung „Gazeta Wyborcza“. Seine Bücher über die Krisengebiete dieser Welt wurden mit vielen polnischen und europäischen Preisen ausgezeichnet und in den USA, England, den Niederlanden, Italien und Spanien veröffentlicht.
Eine Veranstaltung des Polnischen Institutes Berlin in Zusammenarbeit mit der Literaturwerkstatt Berlin